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Besuch der neuseeländischen Alpen

Die Woche mit sonnigem und warmem Herbstwetter in Wanaka beschliesse ich mit der Wanderung «Glendhu Bay Track» am gleichnamigen See. Am Abend besuche in Wanaka einen Jugendfreund eines ehemaligen Bürokollegen der in den 1980er Jahren via Australien in Neuseeland gelandet ist.

Die Reise geht weiter in Richtung des höchsten Berges Neuseelands, dem «Mount Cook». Die ersten beiden Tage sind geprägt durch regnerisches Wetter. Das erste Ziel nach den trüben Tagen sind die «Clay Cliffs». Es sind zinnenförmige Bergspitzen die in Neuseeland «Pinnacles» genannt werden. Danach unternehme ich noch eine kurze Wanderung, den «Deep Stream Track».

Am nächsten Tag fahre ich mit dem Fahrrad auf einem Teil des «Alps 2 Ocean New Zealand Cycle Trail» entlang des «Lake Pukaki». Die Fahrt entlang des türkisfarbenen Sees ist ein Genuss und ich kann den «Mount Cook» auch mal ohne Wolken sehen.

Dasselbe Türkis begleitet mich auch am nächsten Tag auf dem «Peninsula Walkway» entlang des «Lake Tekapo». Die kostenpflichtige Autofahrt danach zum Observatorium auf dem «Mount John» bietet einen berauschenden Blick auf die Alpen Neuseelands. Zudem geniesse ich im wohl bestgelegenen Cafe Neuseelands einen entsprechend dekorierten Cappucino.

Bei der Wanderung zum «Tasman Glacier» ist das Wetter zwar gut, aber der «Mount Cook» versteckt sich den ganzen Tag hinter den Wolken. Der Abstieg zum Gletschersee ist zwar eine anspruchsvolle Kletterei, die sich aber lohnt. Kleine und grosse Eisberge treiben im milchig braunen See und die Kühle des Eiswassers ist zu spüren.

Die lange Autofahrt am nächsten Tag soll mich via Haast-Pass an die Westküste führen. Am «Lake Wanaka» macht mich eine Anzeige «ROAD CLOSED AFTER FOX» stutzig. Ich prüfe die Angabe im Internet und sie stimmt. Massive Regenfälle hatten den «Waiho River» am 26. März 2019 so stark anschwellen lassen, dass dadurch die Brücke über die Strasse SH6 zerstört wurde. Zudem gab es einige Erdrutsche die die Strasse unpassierbar machen. Der Unterbruch kann Tage, wenn nicht Wochen dauern. Dadurch muss ich auf den Besuch des Fox- und des «Franz Josef»-Gletschers verzichten. Ich ändere meine Routenplanung und fahre nach Timaru an der Ostküste.

Die Wanderung am nächsten Tag bei perfektem Wetter führt mich zum «Peak Hill» in der Nähe des «Lake Coleridge». Die Wanderstrecke ist schon recht anspruchsvoll und wird vom starken Wind noch erschwert. Nach halber Strecke wird der Wind so stark, dass ich mich kaum auf den Beinen halten kann und deshalb umkehren muss.

Ein perfekter Start in den Marlborough Sounds

Nach einem Check-In von nur drei Minuten Dauer, einer langen Wartezeit bis das Wohnmobil auf das Schiff gefahren werden kann, werde ich in in knapp vier Stunden von der Nord- auf die Südinsel gefahren. In Picton erwartet mich herrliches Wetter und ich beschliesse gegen Abend den Tirohanga Track unter die Füsse zu nehmen. Ich werde mit einer grandiosen Aussicht auf Picton belohnt.

Am folgenden Tag, wieder ein prachtvoller, erkunde ich den «Queen Charlotte Sound». Nach langer, kurviger Fahrt und danach zwei Stunden zu Fuss, erreiche ich den «Eatwells Outlook»; der Lohn ist ein wunderbare Sicht auf den «Endavour Inlet».

Nach zwei trüben Tagen mache ich mich auf Richtung «French Pass». Auf dem Weg mache ich Halt im «Pelorus Bridge Scenic Reserve» wo es grosse Totara-Bäume zu bestaunen gibt. Das weitere Ziel ist der «Archer Track» bei der «Elaine Bay». Dank dem späten Nachmittag sind die Farben noch eindrückliches als sonst.

Am folgenden Tag lande ich nach der Fahrt durch endlose Weinanbaugebiete auf einer sehr staubigen Schotterstrasse in der «Robin Hood Bay» und mache danach eine kurze Wanderung bei der «Whites Bay». Ein letztes Ziel dieses Tages ist das Schiffswrack der Waverley beim «Wairau Lagoons Walkway».

Die Ausflüge der beiden nächsten Tage gelten der Küste bei Ward. Kaum jemand verirrt sich dorthin und das hat seinen Grund. Das Vorwärtskommen ist sehr mühsam weil man kaum festen Boden unter den Füssen hat und häufig ein kräftiger Wind bläst. Trotzdem nehme ich den anstrengenden Weg unter die Füsse und werde am ersten Tag mit farbigen Felsformationen und am zweiten mit einer grossen Kolonie von Seebären belohnt.

Ich war gespannt auf das «Slot Canyon» in der «Sawcut Gorge». Leider wurde nichts daraus, denn wegen Erdbebenschäden ist das Gebiet gesperrt. Auch der «Ohau Stream Walk» ist gesperrt und so begnüge ich mich mit dem Blick von der Aussichtsterrasse auf die Seebären und die rauhe See.

Die «Haumuri Bluffs Route» beginnt an einem Kiesstrand. Da die Steine immer grösser werden und das Meer ansteigt, gehe ich der Bahnlinie entlang. Der schwindende Morgennebel ergibt eine spezielle Stimmung.

Das Ziel nach der Ankunft in Hanmer Springs ist der «Mount Isobel Track». Etwas enttäuscht stehe ich schon wieder vor einem «Road Closed»-Schild. Diesmal ist es die Hitze die dazu führt die Strassen wegen Feuergefahr zu schliessen.

Am folgenden Tag regnet es und die Hoffnung bleibt, dass die Strassen am Tag darauf wieder geöffnet werden. Leider ist dem nicht so, wohl auch weil am Sonntag die öffentlichen Betriebe geschlossen bleiben.

Weihnachtsgrüsse aus der Christmas Bay

In der Nähe von Castlepoint habe ich einen traumhaften Blick auf die «Christmas Bay» geniessen dürfen. Dies ist eine gute Gelegenheit dir als Leser und all deinen Lieben frohe Festtage zu wünschen. Ich danke dir für dein Interesse an meiner Reise.

Der Tongariro Nationalpark ist weltbekannt durch die Wanderung «Tongariro Crossing». Die 7-8 stündige Wanderung ist für mich allerdings zu lang, deshalb habe ich mir kurze Wanderungen ausgesucht. Etwas besonderes sind die Silica Rapids wo Silikate das Bachbett gelbgolden einfärben. Ein schmerzhafter Misstritt wird mich einige Tage an die Wanderungen im Tongariro Nationalpark erinnern.

Weiter geht es an die wilde, wenig kommerzialisierte Westküste zwischen Raglan und New Plymouth. Eine erste Station sind die Bridal Veil Falls, die durch einen Fussweg auf dessen ganzen Höhe bewundert werden können.

In der Nähe von Tongaporutu möchte ich mir die «Three Sisters» ansehen, doch dies ist nur bei Ebbe möglich. In der Zeit bis das Meerwasser abgesunken ist, besuche ich die sehenswerte Küste beim «Rapanui Stream».

Im Landesinnern führt mich die Reise zu den Omaru Falls und dem Forgotten World Highway, wo ich durch einen abenteuerlichen Tunnel fahre und den Umzug einer Schafherde erlebe.

In New Plymouth bin ich wieder mal in einer grösseren Stadt. Ich geniesse mit dem Fahrrad die kilometerlange Promenade, die «Te Wera Wera Bridge», die «Govett-Brewster Art Gallery» und im Hintergrund den «Mount Taranaki».

Auf dem «Surf Highway» besuche ich das «Gairloch Wrack» und danach das «Cape Egmont Lighthouse». Weitere Ziele kann ich nicht ansteuern, denn ich gerate in den massivsten Regen (inklusive Hagelschauer) den ich je mit dem Wohnmobil erlebt habe.

Der Aufenthalt in der Hauptstadt Wellington ist kurz und geprägt von Verkehrsstaus. Ganz anders ist es bei den natürlichen Wolkenkratzern der «Putangirua Pinnacles», dort sind nur wenige Personen anzutreffen.

An das Cape Palliser, dem südlichsten Punkt der Nordinsel Neuseelands, kann ich mich sehr gut erinnern als ich dieses 2008 besuchte. Dies vor allem wegen der Kolonie der Neuseeländischen Seebären die ich hier hautnah erleben kann.

Ganz besonders fasziniert bin ich von der Bucht bei Castlepoint. Da ist zum einen der schmucke Leuchtturm und zum anderen die Bucht die durch ein Felsenband vom Meer abgeschirmt wird. Vom Castle Rock kann ich alles überblicken und in südwestlicher Richtung einen Blick auf die Christmas Bay sowie den Küstenverlauf geniessen. Ein Deutscher mit dem ich ins Gespräch komme, findet Castlepoint sei die schönste Bucht der Nordinsel.

An der Hawke’s Bay besuche ich die gewaltigen Shine Falls. Aus einer Höhe von 58 Metern donnern die Wassermassen herunter und erzeugen einen so starken Wind, dass das Fotografieren kaum möglich ist; denn innerhalb von Sekunden ist die Kameralinse komplett versprüht. Minutenlang stehe ich vor diesem Naturereignis und kann nur staunen.

Danach verschlechtert sich das Wetter. In einigen längeren Etappen von Autofahrten nähere ich mich meinem Sommerquartier in Whangarei wo ich die Zeit über Weihnachten und Neujahr bei meinen Freunden Gaby und Tom Weber verbringen werde. Wie in der Schweiz geniessen nämlich auch hier massenweise Einheimische und Touristen ihre wohlverdienten Sommerferien.

Schwefel in der Luft und Geothermie unter den Füssen

Eine spezielle Unterkunft hatte ich in Kuaotunu. Den Tipp hatte ich von Sonja, die ich bei Reisen in Afrika kennen gelernt habe. Ihre ehemalige Englischlehrerin und ihr Mann vermieten via airbnb ein «Bush Studio Apartment». Ich bin zwar nicht im Appartment übernachtet, aber auch die Dachwohnung war etwas ganz spiezielles.

Von Whitianga aus gelange ich mit der Passagierfähre auf die andere Seite und nach einem Marsch via Flaxmill Bay zum Aussichtspunkt auf den Shakespeare Cliffs; ein steiler Pfad führt weiter zur Lonely Bay.

Von der Hahei Beach führt ein Weg zur weltbekannten «Cathedral Cove» die chronisch von Menschen überfüllt ist. Auf dem Weg führen Abzweigungen zur «Gemstone Bay» und zur «Stingray Bay»; dort ist es wesentlich ruhiger und durchaus wert einen Halt einzulegen.

Für die nächsten Tage ist für die Coromandel Halbinsel Dauerregen angesagt und ich fahre deshalb Richtung Süden nach Rotorua. Dort werde ich mit schwefliger Luft und überall aufsteigendem Dampf empfangen. Der Himmel verdunkelt sich doch es bleibt Zeit das «Thermal Wonderland» in «Wai-O-Tapu» zu besuchen. Man fühlt sich in die Zeit der Entstehung der Erde zurückversetzt. Fauliger Geruch, überall blubbert es aus Erdlöchern denen man lieber fernbleibt, die Bäume sind überzogen von orangen Algen, in und über dem Wasser sind alle Farben des Regenbogens zu sehen und schliesslich landet man bei einem See der in schönstem Grün erstrahlt.

Am nächsten Tag setzt der Regen ein und es schüttet die nächsten fünf Tage beinahe ununterbrochen. Immerhin ist danach mein Wohnmobil sauber geputzt wie selten und ich bin bereit für die Weiterreise.

Die ursprüngliche Siedlung von Rotorua hiess Ohinemutu und ist heute eine Maori-Siedlung die man kostenlos besuchen kann. Ein Besuch wert ist auch auch der «Kuirau Park», überall liegt ein schwefliger Geruch in der Luft und es dampft aus der Erde.

In der Nähe von Taupo liegt der «Craters of the Moon Thermal Walkway». Im stündigen Rundgang bewegt man sich auf einer geothermischen Umgebung die sich an der Oberfläche der Erde befindet.

Das Wetter kann auch anders – Regen und Sturm

Nachdem die erste Woche mit strahlendem Wetter glänzte, erlebe ich Neuseeland auch von der regnerischen und stürmischen Seite. Als erstes gibt es ausgiebig Regen und danach einen Sturm bei dem ich mich kaum auf den Beinen halten kann, kein Wunder bei Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h.

Bevor das Wetter sich verschlechtert, besuche ich den St. Pauls Rock. Der kurze, aber steile Aufstieg wird belohnt mit einer atemberaubenden Aussicht auf die Whangaroa Bay. Auch beim Besuch der Maitai Bay und der nahegelegenen Merita Beach ist das Wetter noch einigermassen trocken. An den beiden folgenden Tagen kann ich bei Regen die Büroarbeiten erledigen und das Wohnmobil in Schluss bringen.

Vom Gipfel des Pukehe Hill, einem inaktiven und völlig von Gorse (stachliges Unkraut) bewachsenen Vulkanhügel, geniesst man einen Blick auf den weissen Sandstrand an der Karikari Moana und in die Sumpfgebiete der Karikari Halbinsel.

An verschiedenen Haltpunkten der 90 Mile Beach macht mir vor allem der Sturm zu schaffen. Der Sand peitscht mir mit bis zu 100 km/h ins Gesicht, vorwärts gehen ist nicht möglich also umdrehen und versuchen ob es rückwärts klappt. In Waipapkauri fahre ich einige Meter mit meinem Wohnmobil am Strand, ohne Bedenken da auch die Touristenbusse dort fahren. Auf der Te Paki Stream Access Road gelangt man zu den riesigen Sanddünen, die man besteigen und mit Hilfsmitteln seiner Wahl auf dem Sand runtergleiten kann. Auf dem gut besuchten Tapotupotu Campsite, dem nördlichsten in Neuseeland, verbringe ich eine stürmische Nacht.

Am nächsten Tag steht eigentlich der Te Werahi Loop Track auf dem Plan. Die Te Werahi Beach gefällt mir aber so gut, dass ich ihr entlang gehe, schliesslich beim Cape Reinga lande und deshalb noch vier Kilometer zum Auto zurück auf der Strasse zurück legen muss. Bei besserer Planung hätte ich das Fahrrad zu Beginn beim Cape Reinga deponiert. Alle Anstrengungen sind vergessen, wenn ich an die überwältigende Natur denke.

Bei der Fahrt entlang des Hokianga Harbour lande ich im kleine Dorf Kohukohu, einem historischen Ort und früherem Zentrum der Holzindustrie. Ein Schild «New Zealand’s oldest bridge» macht mich neugierig. Nach längerer Suche finde ich sie: eine Fussgängerbrücke von ein paar Metern Länge. Ich fahre inklusive Wohnmobil ein zweites Mal mit der Fähre und schaue mir die Koutu Boulders an, diese sind zwar nicht so bekannt wie die Moreaki Boulders, aber um einiges grösser. In der Nacht kann ich mit der Taschenlampe bewaffnet auf dem Campingplatz Glühwürmchen und gefrässige Aale beobachten.

Am kommenden Tag schaue ich mir die Kauri-Bäume im «Trounson Kauri Park» an. James Trounson hat diesen Wald mit den Worten “I am only too glad to be able to hand on this bush to the Government for the pleasure of the people” der Allgemeinheit übergeben und für mich ist es eine wunderbare Gelegeheit die Kauris aus nächster Nähe zu bestaunen.

Wetterglück an den ersten Tagen auf der Nordinsel

Die ersten sechs Tage bei der Erkundung der Nordinsel Neuseelands sind geprägt durch atemberaubende Wanderungen und von bestem Wetter.

Am ersten Tag komme ich zufällig an einem Kaffee mit dem Namen «Parakao Store & Garage». Ein illustrer Laden wo viele verrostete Oldtimer zu finden sind und über Mittag (es ist Sonntag) Live-Musik gespielt wird.

Die Wanderung am Tag darauf führt mich zum «Whangaruru North Head Scenic Reserve», dieser führt durch ausgedehnte Wälder und endet bei einem Triangulationspunkt mit einem 360 Grad Panorama.

Weiter geht die Reise nach Russell. In der Stadt sind viele Häuser im viktorianischen Stil zu sehen und macht einen sehr aufgeräumten Eindruck. Dies muss Anfang des 19. Jahrhunderts anders gewesen sein, denn damals wurde die Stadt das «Höllenloch des Pazifiks» genannt und war geprägt von vielen düsteren Gesellen. Die Wanderungen zum «Flagstaff Point» und «Tapeka Point» werden belohnt mit wunderbarer Aussicht auf die Bay of Islands. Ich steure ich mein Wohnmobil das erste Mal auf eine Fähre von Okiato nach Opua. Ziel ist das «Aroha Kiwi Preserve» wo ich am Abend mit roter Taschenlampe bewaffnet einen Kiwi sichten möchte. Ich höre ihn zwar aber zu sehen bekomme ich ihn nicht.

Das nächste Ziel sind die «Rainbow Falls». Hinter dem eindrücklichen Wasserfall befindet sich eine Höhle die so gross ist, dass man dort sogar Frisbee spielen kann. Es lohnt sich zudem den Weg entlang des Kerikeri River durch die Kauri-Wälder weiter zu gehen.

Am besten hat mir bisher «Mahinepua Peninsula Track» gefallen. Es geht zwar auf und ab, aber jeder Meter ist es wert und man wird belohnt mit atemberaubenden Aussichten.