Die Reise nach Neuseeland – Ein Rückblick

Was vor Jahren mit einer Idee begonnen hat, ist nach langer Planung zu einer neunmonatigen Reise (26. September 2018 bis 24. Juni 2019) nach Neuseeland geworden. Bereits seit dem Jahr 2008, als ich Neuseeland das erste Mal besuchte, reifte der Wunsch längere Zeit in diesem Land bleiben zu können.

Dank den beiden genialen Reiseführern von Scott Cook «NZ Frenzy – New Zealand North Island» und «NZ Frenzy – New Zealand South Island» (siehe auch folgenden Beitrag) habe ich Neuseeland abseits der grossen Touristenströme kennen gelernt. Zwar müssen mit dem Auto und zu Fuss ein paar Kilometer mehr zurückgelegt werden, der Lohn dafür sind Orte die mir den Atem raubten, mich aus dem Staunen kaum entliessen. Ich empfinde eine grosse Dankbarkeit, dass ich diese Momente und eine tiefe innere Zufriedenheit erleben durfte.

Ich kann mich glücklich schätzen die 20’000 Kilometer (davon etwa 400 Kilometer «Gravel Roads») auf den Strassen Neuseelands unfallfrei und ohne Zwischenfälle geschafft zu haben. Wegen einer geschmolzenen Sicherung funktionierte das Kommunikationssystem des Wohnmobils nach der Überfahrt Anfang Oktober 2018 nicht. Nach ein paar Tagen hatte ich den Fehler lokalisiert und behoben. Ansonsten hat mich der Mercedes Sprinter (das Basisfahrzeug meines Wohnmobils) nicht im Stich gelassen, Qualität eben. Bei den mehr als 3’000 Kilometern zu Fuss hatte ich einen Misstritt im «Tongariro National Park» zu beklagen der mich einige Tage ausser Gefecht setzte. Ein Sturz mit dem Rücken auf meine Kamera auf nassem matschigem Untergrund an der «Colac Bay» in der Nähe von Invercargill war für mich zwar schmerzhaft und die Kamera hatte danach eine Komplettreinigung nötig; aber auch dieses Maleur war nach einigen Tagen vergessen.

Das Smartphone war auf der Reise natürlich mit dabei. Ich habe meine Mobilnummer aus der Schweiz behalten, denn vieles ist heutzutage direkt mit dieser verknüpft. Bei Bedarf habe ich ein Datenpaket gekauft. Meine «App»-Empfehlung: «CamperMate». Sie enthält alles was fürs Reisen in Neuseeland nötig ist und wird von Reisenden ergänzt sowie bewertet und kommentiert.

Das Büro auf vier Rädern hat sich bewährt. Die Backups der Daten, die ich monatlich erstellt habe, musste ich zum Glück nicht zurückladen. Der Internetzugang ist oft eine echte Herausforderung, mit Geduld kam ich aber immer zum Ziel.

Camping in Neuseeland ist unproblematisch. Für das freie Campieren (Freedom Camping) benötigt man einen Zertifikats-Kleber «SELF CONTAINED», der von zuständigen Stellen ausgestellt wird. Ich hatte diesen Kleber nicht und war meistens auf gut ausgerüsteten Campingplätzen. Besonders empfehlen kann ich die «TOP 10 Holiday Parks», mit einigen Ausnahmen war ich sehr zufrieden, als Einzelperson zahlte ich 20-60 NZD (13-40 CHF). Die «TOP 10 Membership Card» kostet 49 NZD, damit erhält man eine 10% Reduktion auf die Übernachtung und weitere Vergünstigungen. Gratis übernachten konnte ich nach der Flugschau in Blenheim und am günstigsten war es mit 10 NZD beim «Kev’s Place» in der Nähe von Raglan. In der Hochsaison (Weihnachten bis Ende Januar) war ich bei meinen Freunden und kann daher über diese Zeit nicht viel sagen; Reservationen sind wohl empfehlenswert. Ich habe ein einziges Mal eine Übernachtung auf dem Campingplatz reserviert, dies war in Picton nach der Überfahrt von der Nord- auf die Südinsel.

Einfach ist auch der Einkauf der Lebensmittel in Neuseeland. Diverse Ketten wie «New World», «Pak’nSave», «Four Square Supermarkets» für den Grosseinkauf und kleine Tante-Emma-Läden unterwegs bieten alles an was nötig ist; sie haben auch sonntags geöffnet. Mit der «Tourist New World Clubcard» konnte ich bei «New World» von speziellen Angeboten profitieren. Nach einer Weile fand ich mit dem Ciabatta auch ein vernünftiges Brot. Das Angebot an meinen geliebten Weichkäsen wie Camembert und Brie ist erstaunlich gross, wenn auch etwas teuer. Einen dazu passenden Weisswein wie «Sauvignon Blanc» oder «Pinot Gris» gibt es ab 8 CHF.

Für die längeren Wanderungen hatte ich nur die minimale fotografische Ausrüstung (Kamera und 24-70 mm Objektiv) dabei. Waren Wasserfälle das Ziel, dann gehörte auch das Stativ und der Graufilter dazu. Im Nachhinein würde ich auf das Mitnehmen der Drohne verzichten. Vielerorts ist die Nutzung verboten und bis die Anträge fürs Fliegen genehmigt sind, kann es Tage dauern. Auch das Gewicht von ca. 5 kg inklusive Koffer müsste auf den Touren mitgetragen werden. Die Nachbearbeitung von Filmaufnahmen ist viel aufwändiger als bei Fotos. Zudem dauert das Hochladen des Resultats so lange, dass ich das Filmen nach einigen Versuchen bleiben liess. Eine Erkenntnis der Reise ist, mich künftig auf das Fotografieren zu konzentrieren.

Beim Betrachten meiner Fotos mag der Eindruck entstehen es gebe nur sonnige Tage in Neuseeland. Dem ist natürlich nicht so. Ich habe vier Tage Dauerregen in Rotorua erlebt, Sandstürme an der «Ninety Mile Beach», heftige Gewitter beim «Mount Taranaki» und Sturmböen von über 100 km/h auf dem «Peak Hill». Dank meines langen Aufenthalts hatte ich Zeit die schönen Tage abzuwarten.

Die Landschaft, Flora und Fauna Neuseelands haben mich begeistert. Ich habe die Gastfreundschaft und die Lockerheit der Neuseeländer kennen und schätzen gelernt. Ein besonderer Dank geht an Gaby und Tom Weber deren Türe für mich immer offen stand.

Ich danke dir als Leser meiner Beiträge, als Betrachter meiner Fotos und als Verfasser von Kommentaren.

Das Wohnmobil ist auf dem Weg zurück nach Europa

Nach intensiver Reinigung ist mein Wohnmobil auf der Rückreise mit dem Schiff nach Europa. Am 20. Juni 2019 startete das Schiff «Salome» (265 Meter lang, Kapazität: 6’000 Autos) der Logistikfirma «Wallenius Wilhelmsen» Richtung Brisbane (Australien) und wird nach 82 Tagen und knapp 40’000 zurückgelegten Kilometern am 8. September 2019 in Bremerhaven (Deutschland) eintreffen. Die organisatorischen Arbeiten hat wiederum der Diensteanbieter «Seabridge» übernommen.

Entspannende Tage in Whangarei

Die Temperaturen gehen zurück und die Regentage häufen sich in der Umgebung von Whangarei wo ich mich seit dem 20. Mai 2019 aufhalte. Ich geniesse die Zeit mit Gaby & Tom, unternehme einige Wanderungen mit ihnen, reinige das Wohnmobil, erledige die Arbeiten für dessen Rücktransport und kümmere mich um die Webseite während der Durchführung der Photo Münsingen.

Eine erste Wanderung führt uns zum «Mount Manaia» auf den «Whangarei Heads». Nach der Bewältigung der endlosen Anzahl von Stufen haben wir einen Rundblick auf die Halbinsel und das umgebende Meer. Auf dem Heimweg besuchen wir den natürlichen Damm in Taurikura.

Ein weiteres Ziel, die «Mimiwhangata Bay», befindet sich ca. 30 Kilometer nördlich von Whangarei. Nach einem kurzen Regen zu Beginn geniessen wir die wärmende Sonne und den Mittagshalt an der «Waikahoa Bay». Den Aussichtspunkt auf dem Hügel können wir nur kurz geniessen, denn die nächsten Regenwolken nahen.

In der kommenden Woche mache ich mich auf den Weg Richtung Auckland. Ich werde dort die restlichen Arbeiten für den Rücktransport meines Wohnmobils und meine Rückreise in die Schweiz erledigen.

Im Winterquartier in Whangarei angekommen

Da die Rückfahrt mit der Fähre am 6. Mai 2019 von Picton (Südinsel) nach Wellington (Nordinsel) schon früh startet, kann ich am Mittag das «Te Papa», das Nationalmuseum Neuseelands besuchen. Neben ständigen Ausstellungen (u.a. Kultur der Maori, Natur, Wissenschaft, Kriege, usw.) gibt es auch befristete. Gut gelungen finde ich Webseite und Blog, die weiterführende Informationen liefern.

Besonders berührt hat mich die Ausstellung «Gallipoli».  Anhand von Einzelschicksalen wird die Beteiligung Neuseelands an der Schlacht um die türkische Halbinsel im 1. Weltkrieg dargestellt. Die Protagonisten sind mehr als überlebensgross und in einer solchen Detailgenauigkeit dargestellt, dass mir die Haare zu Berge stehen. Die Lebensgeschichten sind so gut recherchiert und mit elektronischen Mitteln präsentiert, ich fühle mich mitten drin. Im folgenden Blogbeitrag wird die Geschichte der Entstehung in Bild und Film eindrücklich dokumentiert.

Auf dem Weg nach Whangarei im Norden zum Winterquartier bei meinen Freunden Gaby und Tom Weber werde ich noch einige Stationen ansteuern die ich wegen schlechten Wetters oder anderer Gründe vor ein paar Monaten nicht besuchen konnte. Im «Rimutaka Forest Park» in der Nähe von Wellington kann ich mich nach dem gestrigen Tag im «Te Papa» auf dem «Orongorongo Track» wieder der Natur zuwenden. Es ist eine gemütliche Wanderung bei angenehmen Herbsttemperaturen von knapp 20 Grad.

Nach einem Regentag geht die Reise von Martinborough weiter Richtung Napier. Unterwegs mache ich Halt bei den «Waihi Falls». Die Erwartungen in dieser abgelegenen Gegend sind nicht gross, ich werde aber positiv überrascht. Von vorne waren die Wasserfälle nicht so spektakulär, umso mehr von der Seite. Es ergeben sich unzählige Motive für meine mit dem Graufilter bestückte Kamera.

Etwas enttäuschend bin ich vom längsten Ortsnamen der Welt in der Nähe von Mangaorapa. Es ist der Name eines Hügels der aber nicht zugänglich ist und so bleibt es bei einem Schild mit dem langen Namen.

Auf dem Weg zur nächsten Übernachtung in Gisborne besuche ich die Halbinsel «Mahia Peninsula». Nach der Besteigung «Mokotahi Hill» geniesse ich den Blick über die «Hawkes Bay» Richtung Napier und nördlich Richtung Gisborne.

Nach zwei Tagen Regen und Sturm mache ich einen Ausflug entlang der Küste des «East Cape» zur «Tolaga Bay». Der Ort ist bekannt wegen des längsten Piers Neuseelands, das 660 Meter lange «Tolaga Bay Wharf». Mich interessiert auch «Cook’s Cove» und das nahe gelegene «Hole-in-the-wall». Ein weiteres Pier gibt es ich Tokomaru zu sehen, es ist aber wegen Einsturzgefahr nicht mehr zugänglich. Von den Ruinen der Geisterstadt ist auch immer weniger sehen, die Natur holt sich das Gebiet zurück.

Auf der langen Fahrt von Gisborne nach Cambridge besuche ich die «Historic Tauranga Bridge». Die Brücke hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die ursprüngliche wurde 1918 weggeschwemmt, wieder aufgebaut, nicht mehr gebraucht und in den 1990er Jahren restauriert und ist nun wieder zugänglich.

In Auckland erledige ich mit dem Spediteur die ersten Formalitäten für den Rücktransport des Wohnmobils und treffe am 20. Mai 2019 bei meinen Freunden Gaby und Tom Weber in Whangarei ein. Es warten ein paar gemütliche und entspannende Tage auf mich.

Die letzten Tage auf der Südinsel an der «Golden Bay»

Nach der Airshow in Omaka, nahe Blenheim, mache ich mich wieder auf den Weg Richtung «Golden Bay» im Nordwesten. Unterwegs besuche ich die «Cable Bay». Es sind eigentlich zwei Buchten. Die «Cable Bay» auf der Meeresseite ist blau und klar, die «Delaware Bay» auf der Landseite flach und schmutzig braun gefärbt. Vom Hügel auf dem «Cable Bay Walkway» habe ich eine herrliche Sicht auf diese einzigartige Bucht.

Nach zwei Regentagen hellt sich der Himmel wieder auf und ein kurzer Spaziergang im «Paynes Ford Scenic Reserve» führt mich an bizarren Kalksteinformationen und gut frequentierten Kletterbergen vorbei.

Am Tag darauf mache ich mich auf zur «Wharariki Beach». Ich wähle allerdings nicht den Weg an die Hauptbucht, sondern denjenigen über die Hügel zur Südseite. Direkt an der tosenden Brandung ist eine grosse Ansammlung von Steinbrücken und Steinbögen zu finden. Ein Erlebnis der ganz speziellen Art. Unweit davon befindet sich «Cape Farewell». Ich besuche diesen Ort ein zweites Mal, da ich nun Zeit habe den Hügel mit der Sicht zum weit entfernten «Farewell Spit» zu besteigen.

In der Nähe von Takaka befindet sich befindet sich «The Grove». In wenigen Schritten fühlt man sich in einem subtropischen Regenwald in Südostasien. Enge Durchgänge, viele Schlingpflanzen, meterlange Wurzeln und bizarre Kalksteinformationen erzeugen eine sehr spezielle Ambiance. Weiter geht es zu den «Wainui Falls». Der schöne, manchmal auch enge und exponierte Weg führt entlang des Flusses zum Wasserfall. Dieser lädt ein wieder mal mit dem Graufilter zu experimentieren.

Den kurvigen Weg über den «Takaka Hill» bin ich während meines Aufenthaltes in dieser Gegend schon einige Male gefahren. Auf dem heutigen «Takaka Hill Walkway» will ich die Aussicht von der Spitze des Berges geniessen, sie ist an diesem wolkenlosen Tag Richtung «Golden Bay» und «Tasman Bay» grandios.

Nach drei regenreichen Tagen mache ich mich auf den Weg zum «Knuckle Hill». Die Wanderung ist zuerst sehr angenehm und wird gegen Ende recht steil und wegen der Regentage auch rutschig. Auf dem «Knuckle Hill» angekommen, bietet sich mir eine wunderbare Panoramasicht auf die Bucht von Whanganui. Begleitet von einer angenehmen Stille, ausser die Meeresbrandung von Ferne und eine paar Vogelstimmen ist nichts zu hören.

Mein letzter Ausflug auf der Südinsel führt mich zum «Taupo Point» an der «Wainui Bay». Beim Hinweg nehme ich die «High Tide Route» (Route bei Flut) über den Hügel, beim Rückweg ist der Meerespiegel gesunken und ich kann den Weg dem Strand entlang nehmen. Zum ersten Mal sehe ich Seesterne an den Felsen kleben und kann sie aus der Nähe begutachten.

Den Plan einen Tag mit dem Kajak unterwegs zu sein, muss ich streichen; der Verleiher hat bereits geschlossen – die Saison ist vorbei. Die Laubbäume färben sich, die Blätter fallen und es wird kühl in der Nacht. In den nächsten Tagen verlasse ich die Südinsel mit der Fähre Richtung Norden.

Kriegserinnerungen

Mit einigen Tagen Verspätung wegen den starken Regenfällen in der Region des «Fox Glacier» komme ich nach langer Autofahrt an der Westküste an und mache als erstes Halt in Greymouth.

In der Nähe befinden sich die «Coal Creek Falls». Mit etwas Glück und Geduld kann ich die Gischt des Wasserfalls in den Strahlen der Morgensonne fotografieren.

Eine weitere Station an diesem Tag ist «Brunner Mine Site». Es war eine der ersten Industrieanlagen in Neuseeland. Die gewonnene Kohle wurde zu verschiedenen Produkten verarbeitet. Unrühmliche Bekanntheit erlangte die Mine wegen einer Gasexplosion 1896 unter Tage die 65 Tote forderte.

Für den Besuch der «Motukiekie Beach» muss ich die Ebbe abwarten, denn sonst ist der Strand nicht zugänglich. Die Wasserschuhe sind Pflicht, es muss ein Zufluss überwunden werden. Ich geniesse die Wanderung an diesem eindrücklichen Küstenzug bei bestem Wetter.

Die «Hokitika Gorge» ist vor allem bekannt wegen der hellblauen, milchigen Farbe des Flusses. Bei meinem Besuch hatte der Fluss allerdings ein graubraune Farbe, wahrscheinlich wegen des vielen Schwemmmaterials nach den starken Regenfällen. Auf dem unweit davon gelegenen «Lake Kaniere Walk» schwirren viele Fantails (Fächerschwänze) um mich herum. Sie sind an den Insekten interessiert die den Menschen folgen und kommen daher sehr nahe. Es gelingt mir nun endlich von diesen wirbligen Vögeln einige brauchbare Fotos zu machen.

Bevor ich bei Flut die «Punakaiki Pancake Rocks» besuche, mache ich eine kurze Wanderung auf dem kurzen «Truman Track» durch einen subtropischen Wald. Am Ende gibt es beeindruckende Sandsteinformationen und einen kleinen Wasserfall direkt an der Küste zu bestaunen.

Die einzigartigen Kalksteinformationen der «Punakaiki Pancake Rocks» sind ein Touristenmagnet und daher auch gut besucht. Aus den sogenannten «Blowholes» (Blaslöchern) wird Luft durch die Wellenbewegung des Wassers geblasen und manchmal ist auch ein feiner Nebel zu sehen. Dies ist fotografisch schwierig festzuhalten. Zum Glück bildet sich ein feiner Regenbogen und da lässt sich der Nebel erahnen.

Ein gemütlicher Spaziergang am Nachmittag führt entlang des «Pororari River» durch sattes Grün in einer imposanten Schlucht mit hohen Kalksteinwänden.

Die Reise geht weiter nach «Carters Beach» in der Nähe von Westport. Von dort aus fahre ich am Folgetag Richtung Karamea, die nördlichste Stadt an der Westküste die von Süden zugänglich ist. Noch weiter nördlich befinden sich die «Oparara Basin Arches» im «Kahurangi National Park». Am Eingang des Parks steht eine Schranke die nur Autos mit einer maximalen Höhe vom 2.8 Meter zulässt, mein Wohnmobil ist jedoch drei Meter hoch. Das heisst: die Strecke von 14 Kilometer auf der unebenen, steilen Schotterstrasse mit Fahrrad und zu Fuss bewältigen. Ich schaffe die Strecke hin und zurück in drei Stunden, ein hartes Stück Arbeit. Der Aufwand wird entschädigt durch die gewaltige «Moria Gate Arch». Es ist ein einmaliges Gefühl in dieser Höhle zu stehen, durch die ein Fluss führt und an beiden Seiten durch einen Torbogen abgeschlossen wird.

Am nächsten Tag muss ich wieder auf die Gezeiten achten, denn der Strand des «Cape Foulwind» ist nur bei Ebbe zugänglich. Ich geniesse den Strandspaziergang bis zum Sonnenuntergang und zur Blauen Stunde mit vielen interessanten Steinformationen.

Ich verlasse die Westküste nach zwei Regentagen in Richtung «Tasman Bay», diese liegt im Norden der Südinsel Neuseelands. Im «Abel Tasman National Park» unternehme ich mehrere Wanderungen unter anderen zur «Anapai Bay», «Mutton Bay» und «Coquille Bay».

Der letzte Teil des Weges zur «Paturau Beach» führt über eine kilometerlange Schotterstrasse, die eher eine feuchte Dreckstrasse ist.  Mein Wohnmobil wird auf beiden Seiten und unten mit einer Schicht Dreck überzogen. Am Folgetag kann ich das Abwasser nicht entleeren, das Abflussrohr ist mit dem getrockneten Dreck zubetoniert. Die eindrücklichen Stein- und Felsformationen an der «Paturau Beach» sind die Mühen aber wert.

Der grösste Teil des «Farewell Spit», sandiger Arm im Norden der «Golden Bay», ist nicht öffentlich zugänglich. Mit einer Tagestour der «Farewell Spit Tours» kann ich diesen speziellen Ort dennoch besuchen. An den Haltestellen «Cape Farewell», «Fossil Point», dem Leuchtturm, den Dünen und der Fahrt entlang des «Farewell Spit» erhalte ich einen guten Überblick dieser einzigartigen Ecke der Südinsel.

Am Wochenende an Ostern findet im Omaka (nahe Blenheim) die Airshow «Omaka Classic Fighters» statt. Auf dem Weg dorthin mache ich Halt bei der «Rawhiti Cave» in der Nähe von Motupipi. Ich bestaune minutenlang die grosse Zahl der gewaltigen, meterlangen Stalaktiten am Höhleneingang.

Die Airshow «Omaka Classic Fighters» findet im Jahr 2019 an drei Tagen statt. Am Freitag, dem Tag den ich gewählt habe, ist das Programm nicht so dicht gedrängt. Ich habe viel Zeit mich im Gelände um zu sehen. Im Gegensatz zur Schweiz hat Neuseeland an beiden Weltkriegen aktiv teilgenommen. Der Bezug zu dieser kriegerischen Zeit ist somit viel unmittelbarer und es ist wenig erstaunlich, dass ich während meiner Reise etlichen Denkmälern begegnet bin. Auf dem Gelände treffe ich auf viele Leute in Originaluniformen und sehe einiges Kriegsgerät aus der Zeit der beiden Kriege. Während des ganzen Tages werden Trainingsflüge und Flüge mit Besuchern durchgeführt. Das offizielle Flugprogramm beginnt am späten Nachmittag und dauert zwei Stunden.

Besuch der neuseeländischen Alpen

Die Woche mit sonnigem und warmem Herbstwetter in Wanaka beschliesse ich mit der Wanderung «Glendhu Bay Track» am gleichnamigen See. Am Abend besuche in Wanaka einen Jugendfreund eines ehemaligen Bürokollegen der in den 1980er Jahren via Australien in Neuseeland gelandet ist.

Die Reise geht weiter in Richtung des höchsten Berges Neuseelands, dem «Mount Cook». Die ersten beiden Tage sind geprägt durch regnerisches Wetter. Das erste Ziel nach den trüben Tagen sind die «Clay Cliffs». Es sind zinnenförmige Bergspitzen die in Neuseeland «Pinnacles» genannt werden. Danach unternehme ich noch eine kurze Wanderung, den «Deep Stream Track».

Am nächsten Tag fahre ich mit dem Fahrrad auf einem Teil des «Alps 2 Ocean New Zealand Cycle Trail» entlang des «Lake Pukaki». Die Fahrt entlang des türkisfarbenen Sees ist ein Genuss und ich kann den «Mount Cook» auch mal ohne Wolken sehen.

Dasselbe Türkis begleitet mich auch am nächsten Tag auf dem «Peninsula Walkway» entlang des «Lake Tekapo». Die kostenpflichtige Autofahrt danach zum Observatorium auf dem «Mount John» bietet einen berauschenden Blick auf die Alpen Neuseelands. Zudem geniesse ich im wohl bestgelegenen Cafe Neuseelands einen entsprechend dekorierten Cappucino.

Bei der Wanderung zum «Tasman Glacier» ist das Wetter zwar gut, aber der «Mount Cook» versteckt sich den ganzen Tag hinter den Wolken. Der Abstieg zum Gletschersee ist zwar eine anspruchsvolle Kletterei, die sich aber lohnt. Kleine und grosse Eisberge treiben im milchig braunen See und die Kühle des Eiswassers ist zu spüren.

Die lange Autofahrt am nächsten Tag soll mich via Haast-Pass an die Westküste führen. Am «Lake Wanaka» macht mich eine Anzeige «ROAD CLOSED AFTER FOX» stutzig. Ich prüfe die Angabe im Internet und sie stimmt. Massive Regenfälle hatten den «Waiho River» am 26. März 2019 so stark anschwellen lassen, dass dadurch die Brücke über die Strasse SH6 zerstört wurde. Zudem gab es einige Erdrutsche die die Strasse unpassierbar machen. Der Unterbruch kann Tage, wenn nicht Wochen dauern. Dadurch muss ich auf den Besuch des Fox- und des «Franz Josef»-Gletschers verzichten. Ich ändere meine Routenplanung und fahre nach Timaru an der Ostküste.

Die Wanderung am nächsten Tag bei perfektem Wetter führt mich zum «Peak Hill» in der Nähe des «Lake Coleridge». Die Wanderstrecke ist schon recht anspruchsvoll und wird vom starken Wind noch erschwert. Nach halber Strecke wird der Wind so stark, dass ich mich kaum auf den Beinen halten kann und deshalb umkehren muss.

Im Gebiet der kristallklaren Seen

Das erste Ziel im «Fjordland-Nationalpark» ist ein Teil des «Kepler Track». An der «Shallow Bay» am «Lake Manapouri» habe ich eine wunderbare Sicht auf die Berge des Fjordland-Nationalparks. Zum Glück habe ich mich gut mit dem Mittel gegen die berüchtigten «Sandflies» eingerieben, denn diese sind hier zahlreich vorhanden.

Nach einem verregneten Tag zeigt sich die Sonne wieder und ich mache mich auf zum «Milford Sound». Schon die Strecke von «Te Anau» bis dahin ist einmalig, umso mehr wenn das Wetter stimmt. Auf dem Spaziergang am «Freshwater Basin» kann ich die Schönheit des «Milford Sound» geniessen. Auf dem Rückweg besteige ich auf einem Teil des «Routeburn Track» den «Key Summit». Von dort aus geniesse bei strahlendem Wetter die Aussicht auf den «Mount Christina» und die umliegenden Berge.

Am Tag darauf wäre der «Lake Marian Track» geplant gewesen, aber bereits zu Beginn setzt der Regen ein. Da der Weg recht anspruchsvoll ist, verzichte ich darauf bis zum See zu gehen und begnüge mich mit dem «Gantry» (den Stromschnellen des Baches).

Die Reise führt mich weiter nach Queenstown. Der «Kelvin Peninsula Loop Track», abseits der Hektik der Stadt, lässt sich zu Fuss oder mit dem Fahrrad bewältigen, ich wähle diesmal den Drahtesel.

Eine steile Strasse mit wunderbarer Aussicht führt nahe Queenstown in das Skigebiet «The Remarkables». Ein erstes Ziel ist das «Lake Alta», dessen Wasser für die Fütterung der Schneekanonen im Winter dient. Um zum «Shadow Basin Outlook» zu gelangen, werde ich für eine Stunde zum Kletterwanderer. Die Belohung ist eine traumhafte Aussicht auf den «Lake Wakatipu» und die umliegende Bergwelt. Am Abend treffe ich einen früheren Arbeitskollegen zu einem Bier. Er ist in Neuseeland per Bus unterwegs.

Nach zwei Regentagen kann ich meine Erkundungen weiterführen. Die Fahrt von Queenstown nach Glenorchy ist ein Augenschmaus. Ein Wanderweg führt kurz vor Glenorchy zu der «Glenorchy Scheelite Battery». In dieser Mine wurde früher Scheelit abgebaut, das zu Edelsteinen oder zu Gewinnung von Wolfram genutzt werden kann. Von der Mine habe ich eine wunderbare Aussicht auf den «Lake Wakatipu».

Nach einem Morgen mit Nebel starte ich erst am Nachmittag zu einem Ausflug. Der «Jack’s Point Track» liegt unweit von Queenstown, führt auf einen Grashügel und bietet einen eindrucksvollen Panoramablick.

Das heutige Ziel ist ein Teil des «Rees-Dart Track». Der Weg führt nach Glenorchy über eine Schotterstrasse und mehrere Flussbettpassagen zu einem Ort namens Paradise. Die Passagen haben es in sich, dies zeigt auch ein Hinweisschild «Vehicle damage possible» bereits zu Beginn. Bei der letzten Flussüberquerung muss ich passen und es bleibt eine eindrückliche Morgenstimmung am «Diamond Lake».

Die Reise geht weiter von Queenstown nach Wanaka. Unterwegs mache ich Halt in der Geisterstadt Bendigo, einem Relikt aus der Zeit des Goldrausches. Ich erklimme die steile Schotterstrasse, die eigentlich für Wohnmobile nicht geeignet ist, schaue mir die steinernen Überreste der Häuser und die rostenden Werkzeuge an. Die Aussicht auf die darunterliegende Ebene und die Bergzüge dahinter ist grandios, aber die Arbeit in der Mine muss hart gewesen sein.

Heute möchte ich Gebirgsluft schnuppern. Die Überquerung der kleinen Bäche mit dem Wohnmobil sind diesmal kein Problem und ich kann den «Rob Roy Valley Track» in Angriff nehmen. Die Temperaturen sind bereits wieder recht hoch, werden im Wald etwas erträglicher wo sich ab und zu ein Kea blicken lässt. Die Anstrengung wird mit einer gewaltigen Bergkulisse belohnt: auf der linken Seite der 300 Meter hohe Wasserfall, oben der «Rob Roy»-Gletscher und darunter seine unzähligen Wasserfälle.

An meinem Geburtstag mache ich keine grossen Sprünge. Ich fahre am Nachmittag an die «Bottom Bay» am «Lake Hawea» und geniesse die Stille an diesem menschenleeren Ort. Ab und zu finde ich auch in Neuseeland ein vernünftiges Brot. Diesmal ist es ein italienisches Pugliese das ich gegen Abend mit Blauschimmelkäse und einem Pinot Gris geniesse. Danach gönne ich mir am warmen und sonnigen Abend auf dem Campingplatz ein gutes Stück Fleisch mit grilliertem Gemüse.

Ein schwieriger Aufstieg erwartet mich am nächsten Tag beim «Diamond Lake & Rocky Mountain Walk». Neben dem zum Teil recht steilen Weg sind auch kleinere Kletterpartien nötig. Der Aufwand wird belohnt mit einer traumhaften Aussicht auf das Delta des «Matukituki River», den «Lake Wanaka» und den «Roy’s Peak».

Am südlichsten Punkt der Südinsel angekommen

Im Osten von Christchurch befindet sich die «Banks Peninsula». Die «Scenic Tourist Route» ist eine Strasse die hoch über der Bucht einen wunderbaren Blick auf die Onewa Halbinsel bietet.

Die Familie White wohnt unweit von Christchurch und produziert in ihrem Betrieb (www.millorchard.co.nz) Fruchtsäfte auf der Basis von Äpfeln. Ich besuche sie aufgrund einer Bekannten des Fotoklubs Solothurn und kriege dadurch Einblick in eine neuseeländische Familie.

Der nächste Besuch gilt den Kalkfelsen beim «Castle Hill». Diese bis 30 Meter hohen Steine stehen majestätisch am Arthur’s Pass und laden zum Erkunden ein. Der folgende Tag ist kühl und Dauerregen macht ihn noch ungemütlicher. Die Autofahrten können in Neuseeland lang sein, denn am Tag darauf bin ich bis abends unterwegs nach Oamaru an der Ostküste.

Die empfehlenswerte Küstenfahrt von Oamaru via Kakanui nach Moeraki wird dann wieder von Sonnenschein begleitet. Die «Moeraki Boulders» sind derart von Touristen überflutet, dass es kaum möglich ist ein Foto ohne Selfie- oder Kapriolen-machende Zeitgenossen zu schiessen. Am «Katiki Point» warte ich lange um einen «Yellow Eyed Pinguin» zu sehen, leider ohne Erfolg.

Nördlich von Dunedin befindet sich das «Doctor’s Point Reserve». Entlang der «Canoe Beach» gelange ich zum Aussichtspunkt «Mapoutahi Pa Site» mit schöner Sicht auf die umliegenden Buchten. Unweit davon befinden sich die «Mount Cargill Organpipes». Bei diesen sechseckigen Basaltsteinen wage ich eine Kletterpartie bis zur Spitze.

Der Folgetag ist der Himmel trotz guter Prognose wolkenbedeckt. Von «Port Chalmers» fahre ich entlang einer engen und kurvigen Strasse direkt am Meer Richtung Aramoana. Das auffällige Pier «The Mole» wurde gebaut um die Ausbreitung des Sands der Gezeiten in den Hafen von Otago zu verhindern. Entlang des Strandes treffe ich auf Tausende von angeschwemmten Schneckenhäusern und den «Key Hole Rock».

Genau zum Zeitpunkt als ich am nächsten Tag den «Nugget Point» erreiche, reisst die Wolkendecke auf und die Sonne zeigt sich. Bei den «Parakaunui Falls» spielt der bedeckte Himmel keine Rolle. Ich kann wieder mal meinen Graufilter auf die Kamera montieren und Bilder machen die dem menschlichen Auge verborgen bleiben. Als ich zum Campingplatz zurückkehre, sehe ich nebenan eine Gruppe alter, weissgekleideter Männer die draussen gefühlvoll Kugeln in Richtung eines Ziel schieben. Hier in Neuseeland heisst der Sport Bowling (hat aber nichts mit dem Bowling zu tun das wir in der Scheiz kennen), in England nennt man es «Bowls».

In der «Curio Bay» ist effektiv kurioses zu sehen: versteinerte Bäume die im Wasser liegen. Unweit davon erreiche ich mit dem «Slope Point» den südlichsten Punkt der Südinsel. Dies ist ungefähr 2’000 Kilometer entfernt vom «Cape Reinga» wo ich am 2. November 2018 war. Dazwischen liegen viele wunderbare Momente und ich bin dankbar diese Reise erleben zu dürfen.

Am nächsten Tag begebe ich mich auf die Spuren von Burt Munro, er ist in Neuseeland ein Legende. Er hatte sich 1920 ein Motorrad der Marke Indian gekauft, es laufend weiterentwickelt und damit zahlreiche Rekorde aufgestellt. Mit dem auf 950 cm³ augerüsteten Motor erreichte er 1967 mit etwas mehr als 296 km/h den heute noch gültigen Rekord für Indian-Motorräder. Das Original-Motorrad ist heute bei ehayes ausgestellt und auf der «Oreti Beach», der Rennstrecke von Burt Munro, fahre ich einige Kilometer mit meinem Wohnmobil. Die Geschichte von Burt Munro wurde mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle verfilmt: «The World’s Fastest Indian».

Das Wetter ist wieder mal düster, Zeit für einen Musemsbesuch. Im empfehlenswerten «Bill Richardson Transport World» lassen sich vor allem Lastwagen bewundern, zum Teil so gut restauriert, dass sie wie neu aussehen und man sich Jahrzehnte zurückversetzt fühlt.

Am folgenden Tagen ist wieder prächtiges Wetter und auf der Wanderung im «Mores Scenic Reverse» geniesse ich dies in vollen Zügen. Etwas getrübt wird die Freude durch einen Sturz auf dem in den Vortagen aufgeweichten, steilen Weg. Am Tag darauf ist die Kamera gereinigt und die Wäsche gewaschen. Die Schramme wird in einigen Tagen auch geheilt sein.

Von Invercargill geht es weiter nach Te Anau. Auf dem Weg mache ich Halt bei «Cosy Nook», einem malerischen kleinen Ort mit steiniger Küste und Blick auf die entfernte «Stewart Island».

Ein perfekter Start in den Marlborough Sounds

Nach einem Check-In von nur drei Minuten Dauer, einer langen Wartezeit bis das Wohnmobil auf das Schiff gefahren werden kann, werde ich in in knapp vier Stunden von der Nord- auf die Südinsel gefahren. In Picton erwartet mich herrliches Wetter und ich beschliesse gegen Abend den Tirohanga Track unter die Füsse zu nehmen. Ich werde mit einer grandiosen Aussicht auf Picton belohnt.

Am folgenden Tag, wieder ein prachtvoller, erkunde ich den «Queen Charlotte Sound». Nach langer, kurviger Fahrt und danach zwei Stunden zu Fuss, erreiche ich den «Eatwells Outlook»; der Lohn ist ein wunderbare Sicht auf den «Endavour Inlet».

Nach zwei trüben Tagen mache ich mich auf Richtung «French Pass». Auf dem Weg mache ich Halt im «Pelorus Bridge Scenic Reserve» wo es grosse Totara-Bäume zu bestaunen gibt. Das weitere Ziel ist der «Archer Track» bei der «Elaine Bay». Dank dem späten Nachmittag sind die Farben noch eindrückliches als sonst.

Am folgenden Tag lande ich nach der Fahrt durch endlose Weinanbaugebiete auf einer sehr staubigen Schotterstrasse in der «Robin Hood Bay» und mache danach eine kurze Wanderung bei der «Whites Bay». Ein letztes Ziel dieses Tages ist das Schiffswrack der Waverley beim «Wairau Lagoons Walkway».

Die Ausflüge der beiden nächsten Tage gelten der Küste bei Ward. Kaum jemand verirrt sich dorthin und das hat seinen Grund. Das Vorwärtskommen ist sehr mühsam weil man kaum festen Boden unter den Füssen hat und häufig ein kräftiger Wind bläst. Trotzdem nehme ich den anstrengenden Weg unter die Füsse und werde am ersten Tag mit farbigen Felsformationen und am zweiten mit einer grossen Kolonie von Seebären belohnt.

Ich war gespannt auf das «Slot Canyon» in der «Sawcut Gorge». Leider wurde nichts daraus, denn wegen Erdbebenschäden ist das Gebiet gesperrt. Auch der «Ohau Stream Walk» ist gesperrt und so begnüge ich mich mit dem Blick von der Aussichtsterrasse auf die Seebären und die rauhe See.

Die «Haumuri Bluffs Route» beginnt an einem Kiesstrand. Da die Steine immer grösser werden und das Meer ansteigt, gehe ich der Bahnlinie entlang. Der schwindende Morgennebel ergibt eine spezielle Stimmung.

Das Ziel nach der Ankunft in Hanmer Springs ist der «Mount Isobel Track». Etwas enttäuscht stehe ich schon wieder vor einem «Road Closed»-Schild. Diesmal ist es die Hitze die dazu führt die Strassen wegen Feuergefahr zu schliessen.

Am folgenden Tag regnet es und die Hoffnung bleibt, dass die Strassen am Tag darauf wieder geöffnet werden. Leider ist dem nicht so, wohl auch weil am Sonntag die öffentlichen Betriebe geschlossen bleiben.