Die Reise nach Neuseeland – Ein Rückblick

Was vor Jahren mit einer Idee begonnen hat, ist nach langer Planung zu einer neunmonatigen Reise (26. September 2018 bis 24. Juni 2019) nach Neuseeland geworden. Bereits seit dem Jahr 2008, als ich Neuseeland das erste Mal besuchte, reifte der Wunsch längere Zeit in diesem Land bleiben zu können.

Dank den beiden genialen Reiseführern von Scott Cook «NZ Frenzy – New Zealand North Island» und «NZ Frenzy – New Zealand South Island» (siehe auch folgenden Beitrag) habe ich Neuseeland abseits der grossen Touristenströme kennen gelernt. Zwar müssen mit dem Auto und zu Fuss ein paar Kilometer mehr zurückgelegt werden, der Lohn dafür sind Orte die mir den Atem raubten, mich aus dem Staunen kaum entliessen. Ich empfinde eine grosse Dankbarkeit, dass ich diese Momente und eine tiefe innere Zufriedenheit erleben durfte.

Ich kann mich glücklich schätzen die 20’000 Kilometer (davon etwa 400 Kilometer «Gravel Roads») auf den Strassen Neuseelands unfallfrei und ohne Zwischenfälle geschafft zu haben. Wegen einer geschmolzenen Sicherung funktionierte das Kommunikationssystem des Wohnmobils nach der Überfahrt Anfang Oktober 2018 nicht. Nach ein paar Tagen hatte ich den Fehler lokalisiert und behoben. Ansonsten hat mich der Mercedes Sprinter (das Basisfahrzeug meines Wohnmobils) nicht im Stich gelassen, Qualität eben. Bei den mehr als 3’000 Kilometern zu Fuss hatte ich einen Misstritt im «Tongariro National Park» zu beklagen der mich einige Tage ausser Gefecht setzte. Ein Sturz mit dem Rücken auf meine Kamera auf nassem matschigem Untergrund an der «Colac Bay» in der Nähe von Invercargill war für mich zwar schmerzhaft und die Kamera hatte danach eine Komplettreinigung nötig; aber auch dieses Maleur war nach einigen Tagen vergessen.

Das Smartphone war auf der Reise natürlich mit dabei. Ich habe meine Mobilnummer aus der Schweiz behalten, denn vieles ist heutzutage direkt mit dieser verknüpft. Bei Bedarf habe ich ein Datenpaket gekauft. Meine «App»-Empfehlung: «CamperMate». Sie enthält alles was fürs Reisen in Neuseeland nötig ist und wird von Reisenden ergänzt sowie bewertet und kommentiert.

Das Büro auf vier Rädern hat sich bewährt. Die Backups der Daten, die ich monatlich erstellt habe, musste ich zum Glück nicht zurückladen. Der Internetzugang ist oft eine echte Herausforderung, mit Geduld kam ich aber immer zum Ziel.

Camping in Neuseeland ist unproblematisch. Für das freie Campieren (Freedom Camping) benötigt man einen Zertifikats-Kleber «SELF CONTAINED», der von zuständigen Stellen ausgestellt wird. Ich hatte diesen Kleber nicht und war meistens auf gut ausgerüsteten Campingplätzen. Besonders empfehlen kann ich die «TOP 10 Holiday Parks», mit einigen Ausnahmen war ich sehr zufrieden, als Einzelperson zahlte ich 20-60 NZD (13-40 CHF). Die «TOP 10 Membership Card» kostet 49 NZD, damit erhält man eine 10% Reduktion auf die Übernachtung und weitere Vergünstigungen. Gratis übernachten konnte ich nach der Flugschau in Blenheim und am günstigsten war es mit 10 NZD beim «Kev’s Place» in der Nähe von Raglan. In der Hochsaison (Weihnachten bis Ende Januar) war ich bei meinen Freunden und kann daher über diese Zeit nicht viel sagen; Reservationen sind wohl empfehlenswert. Ich habe ein einziges Mal eine Übernachtung auf dem Campingplatz reserviert, dies war in Picton nach der Überfahrt von der Nord- auf die Südinsel.

Einfach ist auch der Einkauf der Lebensmittel in Neuseeland. Diverse Ketten wie «New World», «Pak’nSave», «Four Square Supermarkets» für den Grosseinkauf und kleine Tante-Emma-Läden unterwegs bieten alles an was nötig ist; sie haben auch sonntags geöffnet. Mit der «Tourist New World Clubcard» konnte ich bei «New World» von speziellen Angeboten profitieren. Nach einer Weile fand ich mit dem Ciabatta auch ein vernünftiges Brot. Das Angebot an meinen geliebten Weichkäsen wie Camembert und Brie ist erstaunlich gross, wenn auch etwas teuer. Einen dazu passenden Weisswein wie «Sauvignon Blanc» oder «Pinot Gris» gibt es ab 8 CHF.

Für die längeren Wanderungen hatte ich nur die minimale fotografische Ausrüstung (Kamera und 24-70 mm Objektiv) dabei. Waren Wasserfälle das Ziel, dann gehörte auch das Stativ und der Graufilter dazu. Im Nachhinein würde ich auf das Mitnehmen der Drohne verzichten. Vielerorts ist die Nutzung verboten und bis die Anträge fürs Fliegen genehmigt sind, kann es Tage dauern. Auch das Gewicht von ca. 5 kg inklusive Koffer müsste auf den Touren mitgetragen werden. Die Nachbearbeitung von Filmaufnahmen ist viel aufwändiger als bei Fotos. Zudem dauert das Hochladen des Resultats so lange, dass ich das Filmen nach einigen Versuchen bleiben liess. Eine Erkenntnis der Reise ist, mich künftig auf das Fotografieren zu konzentrieren.

Beim Betrachten meiner Fotos mag der Eindruck entstehen es gebe nur sonnige Tage in Neuseeland. Dem ist natürlich nicht so. Ich habe vier Tage Dauerregen in Rotorua erlebt, Sandstürme an der «Ninety Mile Beach», heftige Gewitter beim «Mount Taranaki» und Sturmböen von über 100 km/h auf dem «Peak Hill». Dank meines langen Aufenthalts hatte ich Zeit die schönen Tage abzuwarten.

Die Landschaft, Flora und Fauna Neuseelands haben mich begeistert. Ich habe die Gastfreundschaft und die Lockerheit der Neuseeländer kennen und schätzen gelernt. Ein besonderer Dank geht an Gaby und Tom Weber deren Türe für mich immer offen stand.

Ich danke dir als Leser meiner Beiträge, als Betrachter meiner Fotos und als Verfasser von Kommentaren.

Entspannende Tage in Whangarei

Die Temperaturen gehen zurück und die Regentage häufen sich in der Umgebung von Whangarei wo ich mich seit dem 20. Mai 2019 aufhalte. Ich geniesse die Zeit mit Gaby & Tom, unternehme einige Wanderungen mit ihnen, reinige das Wohnmobil, erledige die Arbeiten für dessen Rücktransport und kümmere mich um die Webseite während der Durchführung der Photo Münsingen.

Eine erste Wanderung führt uns zum «Mount Manaia» auf den «Whangarei Heads». Nach der Bewältigung der endlosen Anzahl von Stufen haben wir einen Rundblick auf die Halbinsel und das umgebende Meer. Auf dem Heimweg besuchen wir den natürlichen Damm in Taurikura.

Ein weiteres Ziel, die «Mimiwhangata Bay», befindet sich ca. 30 Kilometer nördlich von Whangarei. Nach einem kurzen Regen zu Beginn geniessen wir die wärmende Sonne und den Mittagshalt an der «Waikahoa Bay». Den Aussichtspunkt auf dem Hügel können wir nur kurz geniessen, denn die nächsten Regenwolken nahen.

In der kommenden Woche mache ich mich auf den Weg Richtung Auckland. Ich werde dort die restlichen Arbeiten für den Rücktransport meines Wohnmobils und meine Rückreise in die Schweiz erledigen.

Im Winterquartier in Whangarei angekommen

Da die Rückfahrt mit der Fähre am 6. Mai 2019 von Picton (Südinsel) nach Wellington (Nordinsel) schon früh startet, kann ich am Mittag das «Te Papa», das Nationalmuseum Neuseelands besuchen. Neben ständigen Ausstellungen (u.a. Kultur der Maori, Natur, Wissenschaft, Kriege, usw.) gibt es auch befristete. Gut gelungen finde ich Webseite und Blog, die weiterführende Informationen liefern.

Besonders berührt hat mich die Ausstellung «Gallipoli».  Anhand von Einzelschicksalen wird die Beteiligung Neuseelands an der Schlacht um die türkische Halbinsel im 1. Weltkrieg dargestellt. Die Protagonisten sind mehr als überlebensgross und in einer solchen Detailgenauigkeit dargestellt, dass mir die Haare zu Berge stehen. Die Lebensgeschichten sind so gut recherchiert und mit elektronischen Mitteln präsentiert, ich fühle mich mitten drin. Im folgenden Blogbeitrag wird die Geschichte der Entstehung in Bild und Film eindrücklich dokumentiert.

Auf dem Weg nach Whangarei im Norden zum Winterquartier bei meinen Freunden Gaby und Tom Weber werde ich noch einige Stationen ansteuern die ich wegen schlechten Wetters oder anderer Gründe vor ein paar Monaten nicht besuchen konnte. Im «Rimutaka Forest Park» in der Nähe von Wellington kann ich mich nach dem gestrigen Tag im «Te Papa» auf dem «Orongorongo Track» wieder der Natur zuwenden. Es ist eine gemütliche Wanderung bei angenehmen Herbsttemperaturen von knapp 20 Grad.

Nach einem Regentag geht die Reise von Martinborough weiter Richtung Napier. Unterwegs mache ich Halt bei den «Waihi Falls». Die Erwartungen in dieser abgelegenen Gegend sind nicht gross, ich werde aber positiv überrascht. Von vorne waren die Wasserfälle nicht so spektakulär, umso mehr von der Seite. Es ergeben sich unzählige Motive für meine mit dem Graufilter bestückte Kamera.

Etwas enttäuschend bin ich vom längsten Ortsnamen der Welt in der Nähe von Mangaorapa. Es ist der Name eines Hügels der aber nicht zugänglich ist und so bleibt es bei einem Schild mit dem langen Namen.

Auf dem Weg zur nächsten Übernachtung in Gisborne besuche ich die Halbinsel «Mahia Peninsula». Nach der Besteigung «Mokotahi Hill» geniesse ich den Blick über die «Hawkes Bay» Richtung Napier und nördlich Richtung Gisborne.

Nach zwei Tagen Regen und Sturm mache ich einen Ausflug entlang der Küste des «East Cape» zur «Tolaga Bay». Der Ort ist bekannt wegen des längsten Piers Neuseelands, das 660 Meter lange «Tolaga Bay Wharf». Mich interessiert auch «Cook’s Cove» und das nahe gelegene «Hole-in-the-wall». Ein weiteres Pier gibt es ich Tokomaru zu sehen, es ist aber wegen Einsturzgefahr nicht mehr zugänglich. Von den Ruinen der Geisterstadt ist auch immer weniger sehen, die Natur holt sich das Gebiet zurück.

Auf der langen Fahrt von Gisborne nach Cambridge besuche ich die «Historic Tauranga Bridge». Die Brücke hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die ursprüngliche wurde 1918 weggeschwemmt, wieder aufgebaut, nicht mehr gebraucht und in den 1990er Jahren restauriert und ist nun wieder zugänglich.

In Auckland erledige ich mit dem Spediteur die ersten Formalitäten für den Rücktransport des Wohnmobils und treffe am 20. Mai 2019 bei meinen Freunden Gaby und Tom Weber in Whangarei ein. Es warten ein paar gemütliche und entspannende Tage auf mich.

Ein Monat zum Entspannen

In der Zeit von Weihnachten bis Ende Januar sind in Neuseeland die Familien mit Kind und Kegel unterwegs und geniessen die Sommerferien. Um den vollen Campingplätzen und den Autokolonnen zu entgehen, durfte ich diese Zeit bei meinen Freunden Gaby und Tom Weber verbringen – ein herzliches Dankeschön an die beiden. Ich habe einige Veranstaltungen besucht, mich im Garten nützlich gemacht, wir haben ab und zu etwas unternommen, gut gegessen, die Zeit genossen und die Hängematte im werdenden subtropischen Wald von Tom wurde mein Lieblingsplatz.

Einer der Ausflüge führte uns zum «Mount Aubrey». Der steile Aufstieg wurde belohnt mit einer schönen Aussicht auf den «Mount Manaia» und die Marsden Raffinerie.

Am Samstag, 12. Januar 2019 machte ich mich auf zum Rodeo im Maungatapere. Bereits am Eingang wurde mir gesagt, dass das Fotografieren nicht möglich sei. Nach dem Vorweisen des Presseausweises und der Versicherung, dass ich nicht zu den Aktivisten gegen Rodeos gehöre, wurde ich schliesslich eingelassen. Nach ein paar Schritten hörte ich den Stationsprecher sagen: «I can see a big camera over there.». Damit war ich gemeint. Ein paar Minuten später legte mir eine herangeeilte Dame mit passendem Lederhut nahe, ich müsse wieder gehen. Beim Empfang zahlte man mir den Eintritt zurück und das wars.

Eine Woche später, auf dem Whangarei Speedway hatte ich mit dem Fotografieren keine Probleme. Mir machten eher die Temperaturen von fast 30 Grad und der Staub zu schaffen. Die Naturbelagspiste musste dauernd besprüht werden damit nicht alles im Staub versank. Hier konnte ich hautnah erleben was mit «Petrol-heads» (so bezeichnen sich in Neuseeland die Autofans) gemeint ist. Die gesamte Familie, meist mit dem Camper angereist, macht bei den Rennen mit. Ich staunte nicht schlecht, als nach dem Rennen Jungs dem Auto entstiegen, die auf öffentlichen Strassen nicht mal fahren dürfen.

Ein weiteres gemeinsames Ziel war Whananaki. Wir überquerten die längste Fussgängerbrücke (395 Meter) der südlichen Hemisphäre. Unweit davon führte uns ein kurzer Weg vom Campingplatz an der «Otamure Bay» zur «Tauwhara Bay», ein idealer Platz zum Entspannen und Geniessen.

Kurz vor meiner Weiterreise besuche ich die «Street Prints Manaia» in Whangarei. An verschiedenen Orten in Whangarei kann man den Künstlern bei der Arbeit zusehen und staunen wie mit Pinsel und Sprühdose die gewaltigen Werke entstehen. Einige sind so realistisch, dass man sie für Fotografien halten könnte.

Bis zur Überfahrt auf die Südinsel habe ich eine Woche Zeit und diese möchte ich nutzen via die Coromandel Habinsel und dem «East Cape» nach Süden zu gelangen. Beim Besuch vor einigen Wochen hatte ich Wetterpech. Und ich werde bereits am ersten Tag nicht enttäuscht: die Strasse der Küste entlang von Thames nach Coromandel Town ist atembraubend. Am kommenden Tag geniesse ich vom «Tokatea Hill» einen fantastischen Blick auf Coromandel Town und die vorgelagerten Inseln.

Die mehr als 20 Kilometer Schotterstrasse (Gravel Road) an die nördliche Spitze der Coromandel Halbinsel nach Port Jackson lohnen sich. Auf dem «Muriwai Hilltop Walk» habe ich einen weiten Blick auf die Bucht und das offene Meer.

Den Besuch der «New Chums Beach» kann ich ebenfalls nachholen. Sie ist trockenen Fusses nur bei Ebbe zu erreichen.

Auch am «East Cape» ist mir das Wetter gut gesonnen. Ich kann die lange Strecke bei Sonnenschein geniessen, die Kirche von Raukokore besuchen und über den grössten Pohutukawa in Te Araroa staunen.

Der Tag der Überfahrt von der Nord- auf die Südinsel rückt näher. Am 4. Februar 2019 um 13:30 Uhr startet die Bluebridge-Fähre in Wellington (Nordinsel) mit dem Ziel Picton (Südinsel).

Start mit zwei Veranstaltungen ins Jahr 2019

Nach dem Eintreffen in meinem Sommerquartier bei Gaby und Tom Weber in Whangarei und einem gemütlichen Weihnachtsfest bei ungewöhnlich warmen Temperaturen habe ich einige Ausflüge unternommen und Veranstaltungen besucht.

Ein erster Ausflug führte mich und Tom zu dem «Wairua Falls». Nachdem es über die Weihnachtstage reichlich geregnet hatte, durften wir mit genügend Wasser rechnen und dem war auch so. Die pralle Sonne veranlasste mich das Graufilter zu montieren und damit zu fotografieren. Dabei musste ich allerdings so stark abdunkeln, dass das Filter an seine Grenzen stiess und unerwünschte Farbeffekte produzierte; aus diesem Grund musste ich einige Bilder in schwarzweiss umwandeln.

Beim nächsten Ausflug an die «Tutukaka Coast» waren neben Gaby und Tom auch noch einige Freunde dabei. Die Wanderung führte von der «Matapouri Bay» zu den «Mermaid Pools» und danach zu der «Whale Bay» die mit blühenden Pokutukawa-Bäumen gesäumt war. Bei so vielen Gartenfreunden in der Gruppe war es danach Pflicht sich bei Geschäften mit subtropischen und lokalen Pflanzen einzudecken. Dies weckte mein Interesse und wir besuchten die «Whangarei Quarry Gardens» an Silvester.

Bereits seit einigen Wochen begegnete ich Werbeplakaten für die «Waipu Highland Games». Darum mache ich mich am ersten Tag des Jahres 2019 auf nach Waipu, eine knappe Autostunde entfernt von Whangarei. Die Tradition der Spiele ist bald Tausend Jahre alt, in Waipu werden sie 2019 zum 148. Mal durchgeführt. In Waipu wurde in den 1850er Jahren eine namhafte Anzahl von schottischen «Highlandern» von Norman McLeod angesiedelt. Mit Stolz wurden die Wappen der Clans und Kostüme präsentiert, um sportliche Ehren gekämpft, in Musik- und Tanzwettbewerben die Besten erkoren und zusammen ein Bier getrunken, ein McLeod natürlich.

Das Ziel einer weiteren Wanderung mit Gaby und Tom war der «Mangawhai Cliff Walkway». Da beim Rundgang ein Weg der Küste entlang führt, kann er nur bei Ebbe absolviert werden. Der Blick nach Süden Richtung «Te Arai» und «Cape Rodney» ist atemberaubend.

Einen weiteren Termin den ich mir notiert habe, sind die Pferderennen in Ruakaka. Auf der 1850 Meter langen Bahn werden am Nachmittag im Halbstundentakt Rennen mit einer Distanz von 1’200 bis 2’100 Meter durchgeführt. Für mich die perfekte Gelegenheit Pferderennen aus nächster Nähe kennen zu lernen.

Weihnachtsgrüsse aus der Christmas Bay

In der Nähe von Castlepoint habe ich einen traumhaften Blick auf die «Christmas Bay» geniessen dürfen. Dies ist eine gute Gelegenheit dir als Leser und all deinen Lieben frohe Festtage zu wünschen. Ich danke dir für dein Interesse an meiner Reise.

Der Tongariro Nationalpark ist weltbekannt durch die Wanderung «Tongariro Crossing». Die 7-8 stündige Wanderung ist für mich allerdings zu lang, deshalb habe ich mir kurze Wanderungen ausgesucht. Etwas besonderes sind die Silica Rapids wo Silikate das Bachbett gelbgolden einfärben. Ein schmerzhafter Misstritt wird mich einige Tage an die Wanderungen im Tongariro Nationalpark erinnern.

Weiter geht es an die wilde, wenig kommerzialisierte Westküste zwischen Raglan und New Plymouth. Eine erste Station sind die Bridal Veil Falls, die durch einen Fussweg auf dessen ganzen Höhe bewundert werden können.

In der Nähe von Tongaporutu möchte ich mir die «Three Sisters» ansehen, doch dies ist nur bei Ebbe möglich. In der Zeit bis das Meerwasser abgesunken ist, besuche ich die sehenswerte Küste beim «Rapanui Stream».

Im Landesinnern führt mich die Reise zu den Omaru Falls und dem Forgotten World Highway, wo ich durch einen abenteuerlichen Tunnel fahre und den Umzug einer Schafherde erlebe.

In New Plymouth bin ich wieder mal in einer grösseren Stadt. Ich geniesse mit dem Fahrrad die kilometerlange Promenade, die «Te Wera Wera Bridge», die «Govett-Brewster Art Gallery» und im Hintergrund den «Mount Taranaki».

Auf dem «Surf Highway» besuche ich das «Gairloch Wrack» und danach das «Cape Egmont Lighthouse». Weitere Ziele kann ich nicht ansteuern, denn ich gerate in den massivsten Regen (inklusive Hagelschauer) den ich je mit dem Wohnmobil erlebt habe.

Der Aufenthalt in der Hauptstadt Wellington ist kurz und geprägt von Verkehrsstaus. Ganz anders ist es bei den natürlichen Wolkenkratzern der «Putangirua Pinnacles», dort sind nur wenige Personen anzutreffen.

An das Cape Palliser, dem südlichsten Punkt der Nordinsel Neuseelands, kann ich mich sehr gut erinnern als ich dieses 2008 besuchte. Dies vor allem wegen der Kolonie der Neuseeländischen Seebären die ich hier hautnah erleben kann.

Ganz besonders fasziniert bin ich von der Bucht bei Castlepoint. Da ist zum einen der schmucke Leuchtturm und zum anderen die Bucht die durch ein Felsenband vom Meer abgeschirmt wird. Vom Castle Rock kann ich alles überblicken und in südwestlicher Richtung einen Blick auf die Christmas Bay sowie den Küstenverlauf geniessen. Ein Deutscher mit dem ich ins Gespräch komme, findet Castlepoint sei die schönste Bucht der Nordinsel.

An der Hawke’s Bay besuche ich die gewaltigen Shine Falls. Aus einer Höhe von 58 Metern donnern die Wassermassen herunter und erzeugen einen so starken Wind, dass das Fotografieren kaum möglich ist; denn innerhalb von Sekunden ist die Kameralinse komplett versprüht. Minutenlang stehe ich vor diesem Naturereignis und kann nur staunen.

Danach verschlechtert sich das Wetter. In einigen längeren Etappen von Autofahrten nähere ich mich meinem Sommerquartier in Whangarei wo ich die Zeit über Weihnachten und Neujahr bei meinen Freunden Gaby und Tom Weber verbringen werde. Wie in der Schweiz geniessen nämlich auch hier massenweise Einheimische und Touristen ihre wohlverdienten Sommerferien.

Schwefel in der Luft und Geothermie unter den Füssen

Eine spezielle Unterkunft hatte ich in Kuaotunu. Den Tipp hatte ich von Sonja, die ich bei Reisen in Afrika kennen gelernt habe. Ihre ehemalige Englischlehrerin und ihr Mann vermieten via airbnb ein «Bush Studio Apartment». Ich bin zwar nicht im Appartment übernachtet, aber auch die Dachwohnung war etwas ganz spiezielles.

Von Whitianga aus gelange ich mit der Passagierfähre auf die andere Seite und nach einem Marsch via Flaxmill Bay zum Aussichtspunkt auf den Shakespeare Cliffs; ein steiler Pfad führt weiter zur Lonely Bay.

Von der Hahei Beach führt ein Weg zur weltbekannten «Cathedral Cove» die chronisch von Menschen überfüllt ist. Auf dem Weg führen Abzweigungen zur «Gemstone Bay» und zur «Stingray Bay»; dort ist es wesentlich ruhiger und durchaus wert einen Halt einzulegen.

Für die nächsten Tage ist für die Coromandel Halbinsel Dauerregen angesagt und ich fahre deshalb Richtung Süden nach Rotorua. Dort werde ich mit schwefliger Luft und überall aufsteigendem Dampf empfangen. Der Himmel verdunkelt sich doch es bleibt Zeit das «Thermal Wonderland» in «Wai-O-Tapu» zu besuchen. Man fühlt sich in die Zeit der Entstehung der Erde zurückversetzt. Fauliger Geruch, überall blubbert es aus Erdlöchern denen man lieber fernbleibt, die Bäume sind überzogen von orangen Algen, in und über dem Wasser sind alle Farben des Regenbogens zu sehen und schliesslich landet man bei einem See der in schönstem Grün erstrahlt.

Am nächsten Tag setzt der Regen ein und es schüttet die nächsten fünf Tage beinahe ununterbrochen. Immerhin ist danach mein Wohnmobil sauber geputzt wie selten und ich bin bereit für die Weiterreise.

Die ursprüngliche Siedlung von Rotorua hiess Ohinemutu und ist heute eine Maori-Siedlung die man kostenlos besuchen kann. Ein Besuch wert ist auch auch der «Kuirau Park», überall liegt ein schwefliger Geruch in der Luft und es dampft aus der Erde.

In der Nähe von Taupo liegt der «Craters of the Moon Thermal Walkway». Im stündigen Rundgang bewegt man sich auf einer geothermischen Umgebung die sich an der Oberfläche der Erde befindet.

Goldrausch auf der Coromandel-Halbinsel

Nach ein paar Tagen Entspannung bei meinen Freunden Gaby und Tom Weber geht die Reise weiter auf die Insel «Tiritiri Matangi». Diese kleine Insel im Hauraki Golf kann per Schiff entweder von Auckland oder von Gulf Harbour erreicht werden. Die Fahrt ist teuer aber sie lohnt sich, denn in diesem Naturschutzgebiet sind gefährdete Pflanzen und Tiere zu sehen. Ich habe versucht Vögel zu fotografieren, was im dichten Wald nicht so einfach ist.

Für den folgenden Tag bei der Kolonie der australischen Tölpel in Muriwai habe ich einen eigenen Beitrag erstellt.

Von der Muriwai Beach ist es nur eine kurze Fahrt zum «Goldie Bush Walkway». Auch hier muss wegen des Sterbens der Kauri-Bäume das Schuhwerk gereinigt und danach mit einer Flüssigkeit besprüht werden die die Sporen vernichten soll. Die gesamte Wanderung kann ich allerdings nicht machen, denn für die mehrmaligen Flussdurchquerungen bin ich nicht vorbereitet. Bei der nahegelegenen «Bethells Beach» geniesse ich ein spätes Mittagessen und das Rauschen des Meeres. Am Abend komme ich bei der «Piha Beach» an, besteige einen Teil des Lion Rock (der obere Teil ist gesperrt) und geniesse einen wunderbaren Sonnenuntergang an der «Piha Beach».

Auch zur «Karekare Beach» ist der Weg nicht weit. Hier wurden Teile des Filmes «The Piano» gedreht und der Andrang ist deshalb auch vergleichbar gross. Nach der Besteigung des Aussichtspunktes kann ich bei den diversen Wasserfällen den Graufilter testen.

Die «Whatipu Beach» am nächsten Tag ist meist menschenleer. Dies hat zum einen mit der Anfahrt zu tun die nicht befestigt ist (Gravel Road) und zum anderen weil erst ein recht langer Marsch zum Strand führt. Ich werde dafür mit einem weitläufigen, schwarzem Sandstrand belohnt. Mit etwas Neugier kann man auch Überreste der Bahnanlage sehen die ab 1870 für den Transport von abgeholzten Kauri-Bäumen genutzt wurde.

Die Wanderung am kommenden Tag im «Waitawa Regional Park» führt durch Wälder und über Farmland, bietet wunderbare Ausblicke auf die «Kawakawa Bay» und wird begleitet von Vogelgezwitscher.

Nach dem Besuch der «Hunua Falls» mache ich in Auckland Halt bei Jean und Keith die ich vor zehn Jahren bei meiner ersten Neuseelandreise kennengelernt habe.

Thames ist der erste Halt auf der Coromadel Halbinsel. Die Stadt entstand aufgrund des Goldrausches der mit dem ersten Goldfund im Jahr 1867 begann. Auf dem Rocky’s Path Tararu kann man einige Überbleibsel aus dieser Zeit finden.

Im «Karangahake Gorge» ist noch wesentlich mehr von der Goldeuphorie ab dem Jahr 1875 zu sehen; Reste der Goldverarbeitungsanlagen, Geleise der Eisenbahn, begehbare Tunnel und Hunderte Meter verlegter Rohre. Der Aufwand für die riesigen Anlagen hat sich gelohnt, denn alleine aus den Talisman- und Crown-Minen wurden 114 Tonnen Gold gewonnen.

Nach dem etwas trüben Wetter ist die Sonne zurückgekehrt. An den folgenden beiden Tagen geniesse ich fast menschenleere Strände an der Orokawa und «Homunga Beach».

 

 

Die Tölpelkolonie an der Muriwai Beach

Das Fazinierende an der Tölpelkolonie nahe der Muriwai Beach ist die Nähe zu den Tieren. Man steht so zu sagen im Wohnzimmer der australischen Tölpel. Auf dem Weg zur unteren Besucherplattform rupft ein Tölpel-Männchen in Griffnähe hinter der Abschrankung Gras für das Nest. Ein Paar hat sich direkt vor der Plattform im Meterabstand das Nest gebaut, die interessierten Besucher scheinen sie nicht zu stören.

Die schönen, eleganten Flieger nehmen einen in Bann. Stromlinienförmiger Körperbau, weisses Gefieder, die Flügel an der hinteren Unterseite schwarz, gelber Hinterkopf und blau umrandete Augen machen sie zur Concorde der Vogelwelt. Erstaunlich ist die Spannweite von bis zu zwei Metern und die Tauchtiefe beim Beutefang von bis zu 30 Metern. Ein Besuch der sich auf jeden Fall lohnt und im Vergleich zur Tölpelkolonie beim Cape Kidnappers ist dieser sogar kostenlos.

Internetzugang in Neuseeland – eine Herausforderung

In Auckland hatte es vielversprechend begonnen, ich hatte Zugriff auf das Internet via DSL-Festnetzanschluss. Ich konnte die Fotos zügig hochladen, die Büroarbeiten problemlos erledigen und sogar online mein geliebtes «Echo der Zeit» anhören. Nach ein paar Tagen war der DSL-Anschluss unterbrochen, drei Tage lang geschah nach meiner Anfrage bei der Verwaltung des Appartments nichts. Dann brachte mir eine Mitabreiterin einen Router mit Verbindung zum Mobilnetz, doch das gelieferte Passwort funktionierte nicht. Da ich am übernächsten Tag abreiste, reklamierte ich nicht.

Ich griff zum meinem sykroam Solis das über einen 4G-Zugang verfügt. Die Verbindung klappte und zu Beginn sah alles rosig aus. Dann die Ernüchterung: nach kurzer Zeit war die Bandbreite massiv zusammengefallen, im Fachjargon heisst dies Drosselung; man will bei den Telecom-Firmen keine langandauernde Verbindungen oder lässt nur bestimmte Datenvolumen zu.

Besonders störend war dies im Norden der Nordinsel Neuseelands. An das Streamen des «Echo der Zeit» war gar nicht zu denken, der Download der 20 Megabyte grossen Datei (dies entspricht einer Rohdatei eines Bildes in meiner Spiegelreflexkamera) dauerte 10 bis 20 Minuten. Das Hochladen einer 2 Megabyte grossen Datei auf Smugmug (dort publiziere ich die Bilder meiner Reise auf der Nordinsel Neuseelands) kann schon mal fünf Minuten dauern, wenn es denn klappt.

Leicht nachvollziehbar ist dies bei Filmen noch eine Grössenordnung schwieriger. Das Hochladen des Youtube-Films mit der Drohne bei meinen Freunden Gaby und Tom hat dreieinhalb Stunden gedauert und sie verfügen über einen vergleichsweise schnellen Internetzugang.

Nicht nur das Fotografieren eines Bildes ist demnach mit Aufwand verbunden, sondern auch das Hochladen aufs Internet. Trotzdem setze ich natürlich alles daran täglich neue Bilder hochzuladen. Resümee: die Geschwindigkeit des Internetzugangs in der Schweiz kann man nicht in aller Welt erwarten.