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Das Schiff TYSLA ist heute am 5. Oktober 2010 in Auckland am Captain Cook Wharf eingetroffen. Ich habe es entdeckt als ich bei Evo Cycles mein Fahrrad, den zweiten fahrbaren Untersatz für die Reise, abholte. Und wer war der Verkäufer der mich in der Millionenstadt Auckland bedient hat? Der Nachbar von Gaby und Tom Weber die 160 Kilometer nördlich von Auckland wohnen und die ich in einer Woche besuchen werde – Zufälle gibt es.

Ich werde mich nun noch einige Tage gedulden müssen bis ich das Wohnmobil nach dem üblichen Papierkram entgegennehmen darf.

Das Schiff TYSLA, mit dem mein Wohnmobil verschifft wird, hat einige Tage Verspätung. Einer der Gründe dürfte der Sturm «Florence» gewesen sein der im Südosten der USA gewütet hat. Ich werde deshalb einige Tage länger als geplant in Auckland bleiben, aber bei dieser Aussicht macht mir das gar nichts aus.

Bildkredit: Wikimedia Commons Bahnfrend

Nach zwei Tagen intensiver Reinigung kann ich getrost sagen: so sauber war mein Wohnmobil noch nie. Die Behörden in Neuseeland nehmen es mit der Sauberkeit sehr genau, es soll kein fremder Keim oder ein fremdes Tier ins Land.

Der Weg von Ueberstorf zum Ziel in Bremerhaven ist lang, fast 1’000 Kilometer. Am ersten Tag muss ich wegen der unzähligen Baustellen bei Frankfurt am Main und Köln zwei Stunden länger fahren und mache sehr müde in Schwerte (nahe Dortmund) nach acht Stunden Fahrzeit einen verdienten Halt. Nach einem guten Essen und einem Sliwowitz kann ich herrlich schlafen.

Die restlichen 300 Kilometer Fahrt am Tag darauf bringe ich ohne Probleme hinter mich. In der empfohlenen Autowaschanlage in Bremerhaven löse ich die beste Rundum-Reinigung (inklusive Unterboden), aber es kommt gar nicht dazu, denn die maximale Autohöhe ist 2.8 Meter, mein Wohnmobil ist drei Meter hoch…

Ich bin etwas zu früh für den nächsten Termin und mache Halt im Restaurant «Die letzte Kneipe vor New York», geniesse einen typischen Fischteller und die Atmosphäre mit allerlei Sammlerstücken aus der Schifffahrt.

Bei der Logistikfirma «Wallenius Wilhelmsen» überprüft ein Survey (Kontrolleur) ob mein Fahrzeug sauber ist und schaut in jeden Stauraum ob nichts Verbotenes transportiert wird. Weiter geht es zur BLG Logistics Group (etwas profaner: Bremer Lagerhaus-Gesellschaft) wo ich von einer Begleitperson bis zum Parkplatz geführt werde und mein Wohnmobil nun eine Woche stehen wird. Auf dem Weg dorthin fahre ich an einer Unmenge von Dingen vorbei die verfrachtet werden: Lastwagen, Autos, Helikopter, US-Militärfahrzeuge, zerlegte Grossmaschinen, usw. Auf meine Frage ob es was gebe, was die BLG nicht transportiert, kommt ein bestimmtes „Nein!“ von meiner Begleitperson.

Nach gut einer Stunde ist das gesamte Prozedere erledigt und nach kurzer Taxifahrt buche ich in Bremerhaven eine Fahrt mit dem ICE der Deutschen Bundesbahn nach Bern. Es reicht knapp auf den Zug und ich hoffe pünktlich in der Schweiz zu sein. Aber eben. Die Erklärung für die Verspätung war allerdings selten phantasievoll: das Kabel zu einem Signal sei geklaut worden, dieses stehe nun auf Rot und der Zugführer müsse das OK zum Überfahren eines roten Signals einholen. Danach noch eine Ausweichstrecke, und, und; die Verspätung betrug am Schluss fast eine Stunde und ich hatte keine Chance am selben Tag in die Schweiz zu kommen. Die Abfahrt vor Mitternacht verschob sich wieder um Dreiviertelstunden und ich kam um neun Uhr morgens am Folgetag übermüdet zu Hause an und da gab es nur eines: duschen und dann schlafen.

Das Verladen des Wohnmobils auf das Schiff für den Transport nach Neuseeland geschieht am 27. August 2018.

Die Verschiffung des Wohnmobils beim Diensteanbieter «Seabridge» nach Neuseeland ist gebucht.

Los geht es am 27. August 2018 in Bremerhaven und wenn alles nach Plan klappt dann sollte das Schiff TYSLA (230 Meter lang, Kapazität: 8’000 Autos) der Logistikfirma «Wallenius Wilhelmsen» nach 38 Tagen am 3. Oktober 2018 in Neuseeland eintreffen.

Bildkredit: Wikimedia Commons Bahnfrend

Hauptziel meines Besuches war die Firma Seabridge die mein Wohnmobil für die erste Überseereise nach Neuseeland (ab Zeebrugge, Belgien oder Bremerhaven, Deutschland) verschiffen wird. Leider gibt die Reederei den Fahrplan frühstens 3 Monate vor Abfahrt bekannt. Da das Wohnmobil Anfang Oktober ankommen soll, wird der Fahrplan frühestens Anfang Juli bekannt sein. Pro Monat fahren zwei bis drei Schiffe nach Neuseeland. Die Rückreise kann auch erst frühstens 3 Monate vor der Rückverschiffung geplant werden.

Bedingung für die Verschiffung eines Fahrzeugs ausserhalb Europas ist ein «Carnet de Passages en Douane (CPD)», es erlaubt die zollfreie Einfuhr. Das Gesuch kann beim TCS eingreicht werden. Die zu hinterlegende Kaution beträgt mindestens CHF 3’000.- und kann bis zu 100% des aktuellen Wertes des Fahrzeuges betragen.

Empfohlen wird die Ausstellung eines «Internationalen Führerausweises», dieser kann bei den meisten Kontaktstellen des TCS oder beim Strassenverkehrsamt bezogen werden.

Die Firma Seabridge bietet Adapter für den Anschluss der Gasflaschen an.